8 Tipps für besseres Tauchen – Schütze die Umwelt und dich

06.01.2019 von Editor Team
dive guide on a repetitive dive

Achte auf deine Tarierung

Fakt: Eine gute Tarierung ist der beste Schutz für die Umwelt und für dich.

Warum: Wenn du deine Wasserlage kontrollieren kannst, triffst du nicht aus Versehen das Riff und brichst damit Korallen ab.

Vorteil für dich: Eine gute Tarierung wirkt sich positiv auf deinen Luftverbrauch aus. Je weniger du darüber nachdenken musst, desto weniger stresst es dich. Mit einer besseren Balance verringerst du auch dein Verletzungsrisiko, da du nicht ungewollt deine Umgebung berührst.

Unser Tipp: Falls du Probleme mit der Tarierung hast, empfehlen wir dir einen Spezialkurs zur Tarierung zu belegen.

neutral buoyancy scuba diving

  1. Achte auf deinen Flossenschlag

Fakt: Die Energie deines Flossenschlags geht teilweise noch mehrere Meter weiter.

Warum: Abhängig davon wie nahe du bist und wie kräftig du schlägst, kannst du Korallen abbrechen ohne sie überhaupt zu berühren. Am Meeresboden leben außerdem viele Pflanzen und Lebewesen. Wenn du mit deinem Flossenschlag Sedimente aufwirbelst, kann es sein, dass du sie für Fressfeinde „freilegst“ oder ungewollt mit Sand bedeckst.

Vorteil für dich: Wenn du durch deine Flossenschläge nichts aufwirbelst, bleibt die Sicht klar. Deine Tauchgruppe wird dir also auch danken, wenn du auf deine Flossenschläge achtest. Zudem lässt sich auch hier der Luftverbrauch durch kontrollierten Flossenschlag weiter verbessern.

Unser Tipp: Versuch es mal mit dem sogenannten Frog-Kick (wiki)

 

  1. Nichts anfassen!

Fakt: Nichts anfassen sollte eigentlich in jedem Anfänger Tauchkurs unterrichtet werden, trotzdem sieht man immer wieder, dass die Leute alles anfassen.

Warum:  Tiere anzufassen kann sie verletzen, auch wenn es nicht so aussieht. Viele Fische verfügen über eine schützende Schleimschicht. Schon durch bloßes berühren kannst du diese zerstören. Damit machst du sie anfällig für Bakterien und Krankheiten.

Vorteil für dich: Wenn du nichts anfasst, fasst du auch sicher nichts Giftiges an.

  1. Nichts mitnehmen!

Fakt: Leider nehmen immer noch viel zu viele Leute Muscheln vom Strand, Korallen oder gar Tiere als Souvenir mit. Bitte lass das!

Warum: In der Natur wird alles wiederverwertet. Beispielsweise dienen leere Muscheln Einsiedlerkrebsen und anderen Tieren als Behausung. Abgestorbene Korallen werden von Mikroorganismen besiedelt oder gefressen.

Vorteil für dich: In vielen Ländern ist es illegal etwas aus dem Meer mitzunehmen. Wenn du nichts mitnimmst, vermeidest du hohe Strafen.

 

  1. Korrektes Verhalten am Ufer

Fakt: Jedes Jahr wieder passieren einige Unfälle wegen unvorsichtiger und falscher Einstiege ins Wasser. Nutze deshalb am besten markierte Einstiege, falls vorhanden.

Warum: Bereits in Ufernähe, also dort wo du noch gar nicht schwimmen kannst, können schon Korallen oder eine andere Form von Unterwasser Flora und Fauna wachsen, die geschützt werden muss. Uferregionen sind zudem häufig Nist- und Brutplätze für Tiere!

Vorteil für dich: Markierte Einstiege sagen dir wo du problemlos und vor allem am einfachsten ins Wasser und wieder herauskommst.

 

  1. Sammle Müll ein, den du findest!

Fakt: Man findet immer wieder Plastiktüten, Dosen, Flaschen, Reste von Fischernetzen usw. im Meer. Schon 2050 könnte es mehr Plastik, als Fische in unseren Ozeanen geben!

Warum: Plastiktüten werden beispielsweise von Schildkröten mit Quallen verwechselt und gefressen. Zum einen ist das giftig und außerdem kann es nicht verdaut werden. Dadurch verkleinert sich das Magenvolumen und die Tiere verhungern langsam.

Bei übrig gebliebenen Fischernetzen kommt es oft vor, dass sich Tiere verfangen und ertrinken, weil sie nicht mehr auftauchen können um Luft zu holen oder ebenfalls verhungern.

Achtung: Bitte achte unbedingt darauf, was du anfasst! Der Müll ist manchmal schon mit Korallen verwachsen. Dann ist es besser, ihn nicht herauszureißen, sondern nur das mitzunehmen, was sich ohne Schaden anzurichten entfernen lässt. Auch Flaschen können schon nach kurzer Zeit ein neues zu Hause für Krebse oder Oktopusse sein.

  1. Keine Fische füttern!

Fakt: Auch im 21. Jh. gibt es immer noch Menschen, die nicht wissen, dass man wilde Tiere nicht füttert!

Warum: Fische halten das Riff sauber. Sie fressen Algen und Parasiten und ermöglichen es dem Riff damit gesund zu bleiben. Sobald sie gefüttert werden, gewöhnen Sie sich an den daran und fressen nicht mehr, was sie eigentlich fressen sollten. Somit haben es Algen leichter sich zu verbreiten und das Riff zu schädigen.

 

  1. Suche deine Tauchschule bewusst aus!

Fakt: Du als Kunde bist der wichtigste Teil in der Tauchindustrie. Die Tauchschule braucht dich. Solltest du also Missstände beobachten, sprich die Mitarbeiter darauf an. Wenn sie nichts tun, suche dir eine andere Tauchschule! Unterstütze die, die sich um die Umwelt kümmern! Tauchschule ist nicht gleich Tauchschule. Besonders in Regionen, in denen du eine große Auswahl hast, solltest du deshalb auch nach Umweltkriterien aussuchen.

Achte z.B. auf folgendes:

  • Wie verhält sich das Team? Werden Abfälle im Meer entsorgt?
  • Sind genügend Mülleimer auf dem Boot vorhanden?
  • Wird im Briefing auf Umweltaspekte eingegangen? (Nichts anfassen, auf Tarierung achten, bis 30min vor dem Tauchgang nicht mehr mit Sonnencreme eincremen usw?)
  • Ist die Basis Mitglied einer Organisation, wie z.B. Green Fins?
  • Wie verhalten sich die Tauch-Guides unter Wasser? Fassen sie selbst Sachen an oder achten sie darauf, dass sich Ihre Taucher richtig verhalten?
  • Lassen sie schädliches Verhalten von Tauchern durchgehen oder reagieren sie?

 

Zu guter Letzt: Teile diesen Artikel! 😉 Lasst uns gemeinsam so viele Leute wie möglich erreichen.

Fakt: Viele Umweltverstöße geschehen aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit, nicht aus böser Absicht. Je mehr Leute für dieses Thema sensibilisiert werden, desto besser. Also teile diesen Artikel bitte so oft wie möglich!