Apnoe

17.12.2016 von ricardo
freedivers

Apnoe“ bezeichnet im Altgriechischen „Atemstillstand“. Apnoetauchen (auch Freediving oder Freitauchen genannt) ist die vielleicht ursprünglichste Form des Tauchens, die sicherlich zu den gefährlichsten Disziplinen gehört: Denn mit nur einem Atemzug tauchen Extremsportler bis zu 300 Meter tief. Die besten Apnoetaucher sind mehr als 10 Minuten unter Wasser.

Keine Frage: Freediving ist so faszinierend wie anspruchsvoll. Doch wie funktioniert diese Höchstleistung medizinisch? Und wie trainiert man für eine solche Herausforderung? Wir erklären Dir wichtige Fakten rund um das Apnoetauchen und geben Tipps für Anfänger.

Geschichte des Apnoetauchens

Bevor Gerätetauchen technisch möglich wurde, war Freitauchen die einzige Möglichkeit die Unterwasserwelt zu erkunden. Daher gab es Apnoetauchen vermutlich schon in der Steinzeit. Dabei wurden unter Wasser Muscheln und Perlen gesammelt oder Fische gejagt. Heute ist Apnoetauchen eine faszinierende Randsportart. Die Faszination liegt wohl auch daran, dass zum Freediving besonders sorgfältiges Training notwendig und der Sport mit großen Risiken verbunden ist.

Wie ist Apnoetauchen medizinisch möglich?

Beim Freitauchen gibt es mehrere körperliche Herausforderungen: Zum einen zögert der Taucher nicht nur den Atemreiz möglichst lange hinaus, sondern auch der Druckausgleich findet besonders schnell statt. Um den Atemreiz zu unterdrücken, wenden Apnoetaucher besondere Atemtechniken. Zudem helfen spezielle Atemübungen das Lungenvolumen zu steigern und das Zwerchfell elastisch zu halten. So kann der Taucher von Beginn an mehr Luft aufnehmen. Ein elastisches Zwerchfell hilft auch beim Druckausgleich. Bei trainierten Apnoetauchern kommt häufig das Phänomen des sogenannten „Blood Shift“ vor: Hier lagert sich vorübergehend Lymphflüssigkeit in den Lungenbläschen ein, die dabei hilft das Lungenvolumen konstant zu halten. Solche Effekte lassen sich allerdings nur mit langfristigem Training erreichen.

Apnoetauchen im Wettkampf

Das professionelle Freitauchen ist nach den Vorgaben des Verbandes der Freitaucher Aida geregelt und ist in Disziplinen im Pool und im offenen Wasser unterteilt. Dabei werden nur in den Disziplinen Wettkämpfe abgehalten, in dem die Risiken relativ gering sind.

Im Pool finden folgende Wettkämpfe statt:

  • Static (Zeittauchen): Gemessen wird die Zeit, die der Taucher mit einem Atemzug unter Wasser verbringen kann. Dazu liegt er regungslos im Wasser.
  • Dynamic (Streckentauchen): Gemessen wird hier die Strecke, die der Taucher mit nur einem Atemzug unter Wasser zurücklegen kann. Hier gibt es Wettkämpfe mit und ohne Flossen.

In offenen Gewässern gibt es folgende Wettkämpfe im Freitauchen:

  • Constant (Tieftauchen mit konstantem Gewicht): Hier geht es darum möglichst tief zu tauchen. Dabei darf der Apnoetaucher Gewichte zur Überwindung des Auftriebs verwenden, muss diese jedoch wieder mit nach oben nehmen. Constant ist mit oder ohne Flossen sowie mit einer Leine möglich.

Wegen der hohen Risiken sind folgende Freitauch-Disziplinen keine Wettkampf-Disziplinen:

  • Variable Weight (Tieftauchen mit variablem Gewicht): Hier kommt für einen besonders schnellen Abstieg ein Tauchschlitten zum Einsatz, der auf dem Grund zurückgelassen wird. Beim Aufstieg können z.B. eine Leine oder Flossen benutzt werden.
  • No Limit: Hier sind alle denkbaren technischen Hilfsmittel erlaubt. Häufig zieht ein besonders antriebsstarker Schlitten den Taucher schnell nach unten und beim Aufstieg kann etwa eine Seilwinde helfen. Beim „No Limit“ Apnoetauchen ist besonders der Druckausgleich wichtig. Aufgrund der unkalkulierbaren Risiken kommen beim No Limit häufig Unfälle vor.

Die besten Apnoetaucher der Welt

Legendär sind heute die frühen Apnoetaucher, besonders die beiden ewigen Rivalen Jacques Mayol und Enzo Maiorca, deren gegenseitiges Anspornen zu Höchstleistungen den Film „Im Rausch der Tiefe“ inspiriert hat. Auch der Italiener Umberto Pelizzari ist in der Freediving-Szene ein Begriff, da er in den 90er Jahren Freediving-Rekorde in allen Disziplinen aufstellte.

Heute gelten unter anderem William Trubridge und Alexei Moltschanow als beste Apnoetaucher ihrer Zeit.

Wenn Du dich für Apnoetauchen interessierst, solltest Du niemals „einfach so“ loslegen! Das Training mit einem Tauchlehrer ist beim Freimachen besonders wichtig. In unserer Datenbank findest du den passenden Dive-Instruktor.


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