Handsignale

17.12.2016 von ricardo
scuba diver showing ok sign

Du sitzt im Airbus 316, Fensterplatz. Hinter dir zwei Sonnenbank-Vorgebräunte beim dritten Prosecco: Vorgegarte Entertainer in Prä-Urlaubseuphorie mit defektem Lautstärkeregler. Du verstöpselst deine Ohren, zückst das Tauchbuch, blätterst. Stopp! Die Unterwasser-Zeichen. Eine Wiederholung schadet nie. International anerkannt, werden sie von jedem Taucher verstanden, weichen nur in Kleinigkeiten voneinander ab. Vergessen hast du die Gesten und Bewegungen für Hände und Arme nicht. Nein! Es sind ja nur 13 standardisierte Handsignale. Zusammen mit der etwa identischen Anzahl von Ergänzungen plus Zahlenzeichen, ein wirklich beherrschbarer Umfang Tauchersprache. Ein effizientes Kommunikationsmittel, um essentielle, lebenswichtige, aber auch interessante Informationen schnell, eindeutig und muttersprachenunabhängig im Medium Wasser an deinen Buddy weiterzugeben. Du hältst das erste Bild zu, liest: O.K. O.K.? Easy. Zeigefinger- und Daumenkuppe berühren sich, ein O entsteht, die restlichen Finger abgespreizt. Das am häufigsten verwendete Zeichen aller Taucher. Eines von denen, die man grundsätzlich immer beantwortet. Überhaupt gilt die Regel: Wurde ein Zeichen gegeben, sollte es umgehend bestätigt werden.

Also los. Wie beim Vokabellernen in der Schule: Zuhalten. Zeichen formen. Aufdecken. Kontrollieren. Einige von jeder Sorte.

Welche sind die wichtigsten Handsignale im Tauchsport?

I. Befehlshandzeichen: Alles Ok? OK! Stopp! Umkehren.

II. Informationshandzeichen: Unwohlsein. Keine Luft mehr. Probleme mit dem Druckausgleich. Irgendetwas nicht in Ordnung. Bin auf Reserve. Tauchrichtung. Diese Tiefe halten.

III.  Aktionszeichen: Abtauchen. Auftauchen. Das Verlangen nach einer fremden Luftquelle. Her- oder hinsehen!

IV. Zahlen.

Du liest das Infokästchen zu den Touch-Kontakt-Zeichen, überfliegst den Abschnitt zu Leinensignalen   (Benutzung u.a. bei eingeschränkten Sichtverhältnissen, Eistauchen, Höhlentauchen).

Seite 13 oben, das Zeichen für Gefahr: Arme auf die Wasseroberfläche schlagen. Eine Actioneinlage, die du angesichts der Sitzreihenenge auslässt.

Sinkflug. Landung.

24 Stunden später an der Tauchbasis: Briefing in 30 Minuten. Das Meer ruft. Im Kopf noch mal die Reihenfolge des Buddy-Checks repetieren. Ist schließlich eine Lebensversicherung. Irgendetwas stört deine Konzentration: Stimmen. Sie kommen um die Ecke geflippfloppt. Die vorgegarten Entertainer. Unten im Meer wird sich auch ihre Talkshow auf ein Minimum reduzieren. Zum Glück für die Fische! Und dich.


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