Logbuch

19.12.2016 von ricardo
dive log

Back again an der Tauchbasis. Druckluftflasche in den Füllraum, Feierabend-Wellnessspülgang an den Bassins. Tauchanzug, Tarier-Jacket & Flossen. Atemregler, Tauchmaske, –lampe, –computer & Unterwasserkamera. Ordnen, verstauen. Die Neopren-Wurstpelle linksherum aufhängen und das Logbuch zücken.

Dann ist Zeit fürs Ritual. Im Schatten sitzen, den Tauchgang mit deinem Buddy oder der ganzen Gruppe besprechen, die wichtigsten Punkte für die Ewigkeit festhalten. Benni macht es in einem karierten, zerfledderten Schulheft. Nele hat ein Ringbuch mit vorgedruckten Einlageblättern und hipper Neoprenhülle. Der Blonde gegenüber verbindet Laptop mit Tauchcomputer und lässt die Daten direkt auslesen. Mein Buddy hat einen voluminösen Buddenbrook-Schinken auf den Knien, er ähnelt Toulouse Lautrec ohne Baskenmütze.  Dafür entschuldigt sich mit dem Satz: 60 Jahre passen da locker rein. Dann zeichnet und schreibt er tagebuchausführlich weiter. Und du? Ein stinknormales Buch mit Spiralbindung.

Ihr sitzt in der Runde, jeder kriddelt oder zeichnet, notiert oder speichert. Pflicht ist das nicht. Kein Verband oder Gesetz schreibt es vor, aber die meisten tun es. Durchgeführte Tauchgänge in einem Logbuch festhalten.

Wozu benötigt man ein Logbuch?

Dein Tauchschein (Brevet) gibt Auskunft über den Ausbildungsstand, nicht aber über deine Taucherfahrung. Bei der Anmeldung zu einem weiterführenden Kurs oder beim Check-in an der Tauchbasis im nächsten Urlaub, der verantwortliche Tauchlehrer kann anhand deiner Tauchgang-Dokumentation deinen Kenntnisstand besser einschätzen: Wie viele Tauchgänge, in welchen Tauchgebieten und Umgebungen? Erlebte Tauchsituationen? Erfahrungen im Strömungstauchen, bei Nachttauchgängen oder in kalten Gewässern?

Welche Details das Logbuch informativ, spicy & einzigartig machen sollen, entscheidet jeder selber. Du hältst es simpel: Fortlaufende Nummer, Datum plus Uhrzeit, Land inklusive Ort, Tauchtiefe, Tauchzeit, Dekompressionsstopps (m/min), Blei plus Anzugdicke (kg/ mm), Luftverbrauch, eine Spalte für Bemerkungen (Tierbeobachtungen, Wassertemperatur, Lufttemperatur …) und natürlich der Name und die Unterschrift deines Tauchpartners. Denn das ist üblich im Buddy-System des Tauchens: Man unterzeichnet sich gegenseitig die Einträge im Logbuch.

Das Logbuch – sicher Faktensammlung für Dokumentationsliebhaber, vielleicht Nobelpreis-Literatur ohne ISBN-Nummer, sicher Herzwärm-Schwärmstoff für kalte Winterabende und die Zeit ab dem 89. Lebensjahr in der Taucher-Senioren-WG.


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