Split Fins

22.12.2016 von ricardo
split fins

Sie sind kein Ausrutscher einer Heimwerker-Stichsäge oder bloße Design-Spielerei! Split Fins, also Flossen mit einem Spalt in der Mitte des Flossenblattes, sind schlicht und einfach das Resultat angefressener Tüftler, die dem Menschentraum kraftsparender, effektiver Bewegung im Wasser noch näher kommen wollten.

Mit jedem Flossenschlag drückt ein Schwimmer seine Flosse gegen das Wasser. Das Wasser wirkt mit einer gleich großen Kraft auf die Flosse zurück. Dies ist im Prinzip die Kraft, die den Schwimmer nach vorne schiebt. Je fester, kraftintensiver ein Schwimmer mit normaler Flosse also tritt, umso schneller kommt er voran, verbraucht aber im Gegenzug viel Energie.

Anders bei Split Fins: Bei ihnen dringt ein Teil des verdrängten Wassers durch den mittigen Spalt. Der Schwimmer hat weniger Wasserwiderstand an seiner Flosse, tritt weniger fest, verbraucht weniger Energie. Der Vortrieb ist kraftsparender. Ein weiteres Merkmal der geteilten Flossenblätter ist ihre modifizierte Biegsamkeit:  Während des Beinschlages runden sich die Flossenblätter von Split Fins in spezifischer Weise. Ihre Form ähnelt dann Flugzeugflügeln oder geblähten Segeln und dieselben physikalischen Gesetzmäßigkeiten wirken. Druckunterschiede auf Unter- und Oberseite der gewölbten Flossenflächen bewirken eine Art Saugeffekt in Schwimmrichtung. Um diese vorwärts ziehenden Kräfte nicht abreißen zu lassen, also kraftsparend durch das Wasser flitzen zu können, müssen Split Fins mit höherer Frequenz bewegt werden als normale Flossen.

Fazit: Der Split Fin Benutzer muss weniger Kraft investieren, um einen Flossenschlag zu vollziehen. Sein Energieaufwand für eine Vorwärtsbewegung ist geringer. Statt langer, kräftiger Schläge lautet die Erfolgsformel für maximale Effizienz und Schnelligkeit mit Split Fins: kleinere, leichtere, schnellere  Flossenschläge. Für ökonomisches, längeres Schwimmen sind Split Fins hervorragend geeignet. Dennoch gilt auch hier: Ausprobieren und sich für den Flossentyp entscheiden, mit dem man sich wohl fühlt.

Split Fins sind am effektivsten in Gewässern mit wenig oder keiner Strömung sowie vorteilhaft für Schwimmer, die zu Beinkrämpfen neigen oder Knieprobleme haben.

Bei technisch anspruchsvolleren Tauchgängen oder in Tauchgebieten mit starker Strömung solltest du Flossen mit einem durchgehenden Blatt verwenden, um den Vortrieb der kraftvollen Beinschläge umgehend nutzen zu können. Zudem ist die Bewegungs- und Positionskontrolle mit Split Fins schwieriger. Für Rückwärtsbewegungen, Froschbeinschlag, Wendungen etc. sind normale Flossen oft besser.


Finde die besten Tauchprofis, Tauchschulen und Liveaboards auf rateyourdive.com

Jetzt suchen 🙂